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Breitbandiger Zugang: Rechenbeispiele PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 15. März 2006

Breitbandiger Zugang: Rechenbeispiele

Kosten- und Systemvergleich: Breitbandzugangsalternativen

Absage
Keine Vorführung am 09.03.06 ...
Es ist unbestritten, das Fehlen eines Zugangs zum Breitband-Internet ist ein Standortnachteil. Welche Optionen ergeben sich aber für das Sietland, wie unterscheiden sich die Lösungen, mit welchen Kosten und welchen Einschränkungen ist rechnen?

Dieser Artikel versucht objektiv, das Angebot der »SatDirect Caspar & Partner GbR«, welches durch Hr. Mahler vor Ort vertreten wird, mit marktgängigen Alternativen zu vergleichen.

Kostenvergleich

Wie schon an anderer Stelle ausgeführt, gibt es zur von "SatDirect" vorgeschlagen Lösung, Ihlienworth (und evtl. weitere Teile des Sietlandes) breitbandig mit dem Internet zu verbinden, durchaus Alternativen. Es werden im Folgenden jeweils drei Flatrate-Zugangsoptionen betrachtet, die sich in der Datenrate an typischen Telekom-DSL-Tarifen orientieren:

  1. "I 1000" -- 1024/128 (bis zu 1024 kBit/sec Down-. bis zu 128 kBit/sec Upstream; entspricht im März 2006 "T-DSL 1000")
  2. "I 2000" -- 2048/192 (bis zu 2048 kBit/sec Down-, bis zu 192 kBit/sec Upstream, "T-DSL 2000")
  3. "I 6000" -- 6016/576 (bis zu 6016 kBit/sec Down-, bis zu 576 kBit/sec Upstream, "T-DSL 6000")

Geschwindigkeiten <1024 kBit/sec in kundenseitiger Empfangsrichtung ("Downstream") werden nicht berücksichtigt; der kleinste käufliche "echte" DSL-Zugang ist der T-DSL-1000-Zugang, selbst wenn technisch bedingt nur 384 kBit/sec erreicht werden. Da 1024 kBit/sec das absolut untere Ende dessen markiert, was heute für Video-on-Demand-Anwendungen benötigt wird, findet auch der langjährige 768-kBit/sec-Zugang keine Berücksichtigung mehr. Als Nutzerbasis für Ortsverteilnetze wird inital von 20 Nutzern ausgegangen.

Anbieter/ProduktI 1000I 2000I 6000TechnikVerfügbar
T-DSL49,95 einmalig
(16,99+9,95) 26,94/Monat
49,95 einmalig
(19.99+9,95) 29,94/Monat
49,95 einmalig
(24,99+9,95) 34,94/Monat
DSLNEIN
SatDirect 199,00 einmalig
(17,60+40,00) 57,60/Monat
nicht verfügbar
nicht verfügbar SAT, WLAN
Angebot vorhand.
T-DSL via Satellit flat
99,00 einmalig
(1024/64 kBit) 79,95/Monat
nicht verfügbarnicht verfügbarSAT, TelefonJA
DSLonAir ('FairFlat', nur 10 GB enth.)
nicht verfügbar;
s. dafür I 2000
 
149,00 (99,00) einmalig
(2048/300 kBit) 39,94/Monat
nicht verfügbarStandltg., WIMAX
Vormerkung möglich
DSL-Verlängerung per WLAN175,00 einmalig
20,00/Monat
techn. möglich, mind. doppelte Kosten zu I 1000
wahrscheinlich nicht wirtschaftlich
DSL, WLAN
Planung vorhand.

 

Systemvergleich

Anbieter/ProduktDown-/Upstream in kBit/secLatenz in msVoIP, Gamesoffizielle/private IP-AdresseZukunft, Upgrade
T-DSL 1000typ. 1024/128
max. 1024/128
50-60, opt. 10ok, ok1 offizielle AdresseADSL: 6000,
ADSL2+: 16000+
SatDirectmin. 51/6
max. 1024/128
ca. 550

nein, nein

unbekannt-
T-DSL via Satellit flat
min. ?/?
max. 1024/64
ca. 300bedingt, bedingt1 offizielle Adresseunbekannt
DSLonAirmin. ?/?
max. 2000/300
ca. 50
ok, ok
1 offizielle Adresse
unbekannt
DSL-Verlängerung per WLANmin. 1200/115
max. 6000/576
ca. 20ok, ok
n private Adressen; 1 offizielle möglichanalog T-DSL

Anmerkungen:

DSL-Reichweiten im Sietland
DSL im Sietland: An der kurzen Leine ...
T-DSL 1000: Standard für Breitbandzugang in Deutschland, in Ihlienworth leider wegen Glasfasereinsatz und in weiten Bereichen des Sietlandes wegen Leitungslänge oder simpler Unwirtschaftlichkeit nicht verfügbar. Mit ADSL2+ zünden die Anbieter derzeit in den DSL-versorgten Gebieten die 2. Stufe (technische Details bei AVM), auf kurzen Distanzen bis zu 16 MBit/sec in Empfangsrichtung.
Dieser Zugang (T-DSL 1000) ist tauglich für alle aktuellen Anwendungen, einschließlich Voice-over-IP und Online-Spielen -- abgesehen von Video on Demand. Für letzteres sind höhere Bandbreiten notwendig.

SatDirect: Nach bislang bekannten Angaben und Abgleich mit alternativen Anbietern von Internet per 2-Wege-Satellitenanbindung, ist von einer deutlich geringeren typischen Bandbreite als der nominellen auszugehen, da generell nur relativ geringe Bandbreiten vom Satelliten geliefert werden -- aus Kostengründen. Ggf. greift auch noch eine sog. »Fair-Use-Policy«, Beispiele siehe Casto Technology, Web über Sat. Ausbaupotential erscheint derzeit gering, bei den meisten Anbietern ist bei 18-24 MBit/sec vom Satelliten Schluß -- und diese Bandbreite gibt für alle Nutzer des Dienstes.
Mangels Kenntnis der genauen Details -- die Vorführung am 09.03.06 fiel leider »wetterbedingt« aus; und wäre das vor dem 09.03. kommuniziert worden, hätte der Chronist sich die 600 km Hin- und Rückreise sparen können ... -- ist eine Einschätzung schwierig; Fakt ist, daß technisch bedingt mindestens 500 Millisekunden reine Paketlaufzeit durch die 4x 36.000 km auftreten, dies stellt praktisch eine extremes Handicap für Voice-over-IP und aktuelle Online-Spiele dar. Es steht zu erwarten, daß die bereitgestellte Bandbreite gering ist, ca. 1024 kBit/sec insgesamt für je 20 Nutzer; Poweruser könnten evtl. zusätzlich gedrosselt werden. Im Hinblick auf die seit März verfügbare Alternative T-DSL via Satellit flat sollten sich insbesondere Firmen die Frage stellen, welchem Anbieter sie mehr vertrauen.

T-DSL via Satellit flat: In Form der Flatrate, die die Rückkanalkosten über Modem/ISDN einschließt, ist dies ein neues Angebot. Die Downloadrate von 1024 kBit/sec wird allerdings nicht einmal hier garantiert, Presseberichten zufolge kann diese währnd der typischen Nutzungszeiten unterschritten werden.
Technisch stellt dieses Angebot eine Ergänzung des seit Jahren existierenden Angebotes der Telekom dar -- neu ist der Pauschalpreis für sowohl die empfangenen Daten per Satellit als auch die Nutzung des Rückkanals per Modem oder ISDN. Preislich ist das Pauschalangebot für Privat eher nicht interessant, aber es gibt auch deutlich günstigere Angebote mit Zeitkontingenten. Für Voice-over-IP ist der Rückkanal mit max. 64 kBit/sec bei ISDN arg knapp bemessen (VoIP in ISDN-Qualität benötigt 64 kBit/sec plus 16 kBit/sec für VoIP-Overhead; bestenfalls mit GSM-Qualität liesse sich VoIP nutzen), die ca. 250 ms Verzögerung über den Satelliten stellen für VoIP als auch für aktuelle Online-Spiele ein ernstes Problem dar. Surfen sollte etwas »flüssiger« wirken als bei SatDirect.

DSLonAir: Betrieben von der DBD Deutsche Breitband Dienste GmbH, hat diese Technik unter dem Namen MAXXTelecom in Berlin für Aufsehen in der Presse gesorgt. Zumindest in Berlin wird eine frühe Version der WIMAX-Technik eingesetzt, auf der Homepage wird außerdem der Einsatz von WLAN-Technik angesprochen.
Mangels eigener Erfahrung oder neutralen Tests ist hierzu schwer etwas zu sagen; auffällig ist das Fehlen eines echten Flatrate-Tarifes, ab Überschreitung des 10. GBs sind je angefangenem weiteren GB 10 weitere Euro zu entrichten. Technisch dürfte es ein ausgereiftes und zu DSL konkurrenzfähiges Angebot sein -- mit dem Unterschied, daß es DSLonAir nur dort gibt, wo es kein DSL geben wird.

 

Potentielle erste Richtfunkstrecken
Potentielle Richtfunkstrecken
DSL-Verlängerung per WLAN: Hier wird auf anderenorts verfügbare breitbandige Zugänge, i. d. R. T-DSL, zurückgegriffen und diese Zugänge über Richtfunkstrecken »verlängert«, also in den Ort ohne solche Zugänge gebracht. Von dort erfolgt eine Verteilung an die Nutzer wiederum per Funk, über die sog. WLAN-Technologie. Die Richtfunkstrecke hat eine Nettobandbreite von ca. 30-40 MBit/sec, entsprechend wären 40 Nutzer bei garantierten 1 MBit/sec, 20 Nutzer bei garantierten 2 MBit/sec oder noch 5 Nutzer bei garantierten 6 MBit/sec zu versorgen ... In der Beispielrechnung wurden 20 Nutzer und 4 DSL-6000-Anschlüsse angenommen -- selbst beim Minimalausbau mit nur 1x DSL 6000 und voller Nutzung durch alle 20 Teilnehmer blieben rechnerisch noch pro Nutzer 300 kBit/sec, knapp 5fache ISDN-Geschwindigkeit, in Empfangsrichtung und immerhin einfache Modemgeschwindigkeit in Senderichtung (die rechnerischen Kosten lägen hier näher an 10 EUR/Monat je Nutzer). Die hohen Initialkosten für die ersten Richtfunkstrecken ermöglichen spätere relativ kostengünstige Erweiterungen.
Beispielrechnung min. D/L 300 kBit/sec
Beispielrechnung: mind. 300 kBit/s
Beispielrechnung min. D/L 1000 kBit/sec
Beispielrechnung: mind. 1000 kBit/s
Beispielrechnung min. D/L 2000 kBit/sec
Beispielrechnung: mind. 2000 kBit/s

Dieser Ansatz bietet eigentlich die Vorteile von DSL (hohe Bandbreite, geringe Latenz bei niedrigen Kosten) auch außerhalb eines DSL-versorgten Gebietes. Technisch kann die Lösung als ausgereift gelten, neben der hier favorisierten Do-it-yourself-Lösung durch Freiwillige im Rahmen eines Vereins bieten auch verschiedene Unternehmen im Bundesgebiet ähnliche Lösungen an. Problematisch sind sicher die Anfangsinvestitionen bei der skizzierten Variante mit einer Relaystation, hier ist von einem Finanzbedarf von ca. 3600 EUR auszugehen für 3 professionelle WLAN-Router/-Accesspoints, 4 hochwertige Richtfunkantennen, 3 Schiebemasten für Hausmontage der Richtfunkantennen, einen Zugangskontrollrechner, die zentralen Accesspoints und diversen Kleinkram. Ein Großteil dessen liesse sich aber bei Erweiterung um weitere Funkstrecken zwecks zusätzlicher Bandbreite oder Erhöhung der Reichweite (Medemstade; Steinau) weiter nutzen, anders als bei der SatDirect-Lösung wäre nicht bei 18 MBit/sec und auch noch nicht bei den 30 MBit/s der ersten Funkstrecke Schluß -- sollte Highspeed-Internet im Sietland stark nachgefragt werden, hiermit könnte der Bedarf gedeckt werden. VoIP könnte durch entsprechende Konfiguration im Netz prioritisiert werden, sodaß diese sinnvolle wie kostengünstige Nutzung eines Always-On-Flat-Zugangs auch in der DSL-Diaspora nutzbar würde.

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 7. September 2006 )
 
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