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FAZ, 2006-08-08
FAZ: »Die Tücken von T-One«
Die FAZ hat sich einmal des neuen Angebotes der Deutschen Telekom angenommen: T-One, das Konvergenzprodukt, mit dem man mit einem Gerät eigentlich immer und überall günstig telefonieren können soll(te). Das Problem an T-One, wie auch die FAZ schön herausgearbeitet hat, ist, daß es vom technologischen Ansatz zwar Stand der Dinge ist (von der Beschränkung auf einen analogen Telefonanschluß mal abgesehen), durch die Sachzwänge im Konzern Deutsche Telekom aber nur chic, nicht aber auch für den Kunden einfach und günstig sein darf.
Konzerne wie Deutsche Telekom (mit T-Com, T-Online und T-Mobile),
Vodafone (Vodafone D2 und Arcor) oder Telefónica (Telefónica Deutschland und O2 Germany) und Mobilcom
(zusammen mit der vielleicht-bald-fusionierten Freenet) wären
eigentlich in der Lage, schnuckelige Überall-Angebote zu schnüren: Mit
einem GSM-/UMTS- und VoIP-über-WLAN-fähigen Endgerät könnte der Nutzer bei
WLAN-Zugang über das Internet, ansonsten über GSM/UMTS telefonieren, bei
Nutzung von entsprechenden VoIP-Gateways könnte er auch unter einer Nummer erreichbar sein. Unternehmen,
die im klassischen Festnetz agieren, als auch Mobilfunkern schmeckt das
natürlich so nicht, liegen die dem Kunden in Rechnung gestellten
Minutenpreise bei VoIP doch deutlich unter denen bei Nutzung des
Mobilfunks oder, zumindest im Falle der T-Com, denen für einen Anruf
quer über die Straße. (1,0 bis 2,0 Cent/Minute entfernungsunabhängig
sind bei VoIP die Regel eher als die Ausnahme; nur 010er Vor-Vorwahlen
aus dem Festnetz sind teilweise günstiger.) Und so bringt nun die
T-Com eine technische Neuerung als Erster auf den deutschen Markt, die
das Potential hat, ihr so richtig nochmals weh zu tun (»In der ersten Jahreshälfte 2006 sind der T-Com nahezu 1 Million Kunden davon gelaufen und entsprechende Umsätze weggebrochen.« Quelle: heise.de)
— und man fragt sich unwillkürlich: wozu? Darüber kann nur spekuliert werden; Fakt ist aber, daß die
Fußfesseln, die der magenfarbende Konzern und Ex-Monopolist
T-One-willigen Kunden anzulegen gedenkt, in jedem Fall für eines sorgen:
der T-One-Kunde läßt einen signifikanten Anteil seines monatlichen
Telekommunikationsbudgets bei den verschiedenen T-Firmen — Nutzung
alternativer Angebote im- oder z. T. explizit (auch technich) ausgeschlossen.
Was
bleibt, ist ein schaler Geschmack im Mund, nachdem die Euphorie eines
Geeks, nach Studium der »Systemvoraussetzungen« sowie der schnuckeligen
klitzeklein gedruckten
Fußnoten, sich durch die Beschänkungen auf T-Produkte mit saftigen T-Grundgebühren schnell verflüchtigt hat. Dankenswerterweise hat die FAZ die Grundgebühren mal zusammengetragen und aufsummiert -- und kommt zu folgenden Fazit bzgl. des T-One: »Mit T-One
kommt aufwendige Technik zum Einsatz - und am Ende ist alles für die
Katz, weil die vielen Möglichkeiten der Internettelefonie bewußt
beschnitten werden. Es darf eben im Telekom-Konzern nur Gewinner geben.
Und der Verlierer ist damit auch klar: der unbedarfte Verbraucher, der
hier über den Tisch gezogen werden soll.«
Link: FAZ zu T-One Diskussion: Diskutiere diesen Artikel in einem Forum. (0 Beiträge)
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