Kommentar: DSL in Ihlienworth und die Folgen
Nun ist es also offiziell: T-Com ermöglicht T-DSL im Ortsnetz 04755. Wie man dem Bericht der Niederlebe-Zeitung entnehmen kann, findet diese Wendung nicht ungeteilte Zustimmung im ganzen Ort: Reinhard Köster vom Autohaus Köster moniert demnach fehlende Informationen über die »Qualität des Angebotes«, Hermann Mahler von SatDirect kommentiert die nach seiner Aussage geplante Auflösung der SatDirect mit den Worten »dagegen kommt man nicht an« und meint damit das Angebot von T-DSL.
Technologisch steht zu erwarten, daß das T-DSL-Angebot in
Ihlienworth sich nicht grundlegend von dem in anderen bestehenden
Ortsnetzen, in denen T-DSL schon verfügbar ist, unterscheiden wird.
Durch den Einsatz von Glasfasern könnte – ausreichende Anbindung Ihlienworths an den Backbone der T-Com vorausgesetzt –
Ihlienworth sogar partiell besser dastehen als z. B. Wanna, da es
mehrere DSL-Knoten gibt. Aber das ist normalerweise nicht spürbar— der
Verfasser selbst hängt mit seinem T-DSL 16000-Anschluß am zweitgrößten
Knoten der 96.000 Einwohner zählenden Stadt Gütersloh; trotzdem, wann
immer testweise die volle Bandbreite abgerufen wird, steht diese auch
zur Verfügung. Die Informationspolitik seitens T-Com mag man kritisieren —
aber warum eigentlich? Die Gefahr, daß T-Com Ihlienworth mit T-DSL
versogt hätte und es niemals jemand bemerkt hätte, ist relativ gering.
Nicht zuletzt wird T-Com in Ihlienworth Equipment und Arbeit im
mindestens fünfstelligen Bereich lassen— eine Investition, die ohne
Kunden sich niemals rechnen würde (und auch mit normalem Verhältnis, d.
h. ca. 10% der ca. 700 potentiellen Kunden kaufen auch das Produkt
T-DSL, nur sehr langsam sich rechnen wird). Daß T-Com nicht von sich
aus die lokale Presse informiert hat— bei vielleicht 700 Kunden sind
das doch eher die berühmten »Peanuts«; die diesbezügliche Kritik des
Egbert Schröder von der Niederelbe-Zeitung jedenfalls teilt der
Verfasser nicht. Cuxhaven war da schon ein anderes Kaliber— man sollte vielleicht auch manchmal einfach die Kirche im Dorf lassen ... Hinsichtlich
des gegenüber der NEZ angekündigten – und lt. Berichten aus dem Ort am 01.10.2006 vollzogenen – Endes der SatDirect-Aktivitäten in
Ihlienworth, vermag der Verfasser nur den Hinweis auf die
real-existierende Marktwirtschaft zu bringen. Mit Einsteigspreisen von
39,90 für Privat und 79,90 für »Bunisess 1« (1 MBit/sec)– lt. Formular vom 01.06.2006 –
werden die Blumentöpfe natürlich knapp, wenn für jene knapp 40,00 Euro
im Monat T-DSL 16000, bzw. für rd. 35,00 Euro T-DSL 6000, die
Konkurrenz ist. SatDirect hat leider – aus Sicht des Verfassers – einige Fehler gemacht, die sich nun rächen. Initial wurde ausschließlich eine Satellitenanbindung favorisiert — wenig verwunderlich, ist das doch das Geschäftsfeld des Herrn
Caspar. Nach der Installation der Sat-Anbindung schwenkte man auf eine
Richtfunkanbindung durch Bremen Briteline — ohne besondere Vorkehrungen wird die Satellitenstrecke nicht als hundertprozentiger Ersatz bereitstehen, Ihr Nutzen ist fortan fraglich. Der Kundenaufnahmestopp schon auf der letzten Infoveranstaltung im Juni trug sicherlich, wie auch die geforderten Preise, nicht zu einer höheren Marktdurchdringung bei ... Nach vorliegenden Informationen müßte die Anbindung der SatDirect, basierend auf den NEZ-Angaben zum Kundenstamm, derzeit ca. 2,5fach überbucht sein. Sofern alle Kunden die Preise vom Juni zahlen, deckten diese Einnahmen wahrscheinlich grade mal die Kosten der Funkstrecke — unwillkürlich stellt sich dem Verfasser die Frage, ob der Rückzug nicht vielleicht generell angezeigt ist, der T-DSL-Ausbau also nur ein bequemer Vorwand für die Einstellung? Auch die Geschwindigkeit der Umsetzung – seit dem 27.09. spätestens ist der DSL-Ausbau offiziell bestätigt, am 29.09. verkündet Herr Mahler gegenüber der NEZ das bevorstehende Ende, am 01.10. schon wird abgeschaltet – überrascht; ein Geschäft, welches nur marginale Deckungslücken aufweist oder gar Gewinn abwirft, macht man ohne Not nicht quasi über Nacht zu und läßt die Kunden hängen.
Wie dem auch sei: sietland.net wird die Entwicklung weiter begleiten und bei Bedarf und Nachfrage aus der Bevölkerung das Thema Bürgernetz(-verein) gerne weiter voranbringen. In den nächsten Wochen werden wir, parallel zum T-DSL-Ausbau in Ihlienworth, unsere Seiten und unser Angebot den neuen Gegebenheiten anpassen. Da das Credo von sietland.net »Breitband für das Sietland (und das Land Hadeln)« lautet, bleibt auf absehbare Zeit noch einiges zu tun.
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